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Abteilungsleiter Prof. Dr. Marcel Machill erneut in der Kritik

Uni Leipzig bildet vorerst keine Journalisten mehr aus

Mittwoch, 26 April 2017 14:51
Das Neue Augusteum am Augustusplatz, seit 2012 Hauptgebäude der Uni Leipzig Das Neue Augusteum am Augustusplatz, seit 2012 Hauptgebäude der Uni Leipzig Quelle: wikimedia.org | MaryG90 | CC BY-SA 3.0

Leipzig – Die Universität Leipzig hat den Masterstudiengang Journalistik vorerst aus ihrem Studienangebot gestrichen. Der Fakultätsrat verhängte am Dienstag einen Immatrikulationsstopp, so dass Neueinschreibungen für das Journalistik-Studium in Leipzig nicht mehr möglich sind. Als Grund für die Maßnahme werden unter anderem erhebliche Mängel bei der Ausbildungsqualität angegeben. Der Vorstoß für den vorläufigen Stopp des Studiengangs soll vom Fachbereich Sozialwissenschaften und Philosophie ausgegangen sein.

Unter der Überschrift „Leipziger Journalistik-Studiengang soll reformiert werden“ veröffentlichte die Universität Leipzig am Dienstag eine Erklärung, der zufolge es gelte, „den Studiengang organisatorisch und strukturell so aufzustellen, dass der aktuell vorhandenen und auch im Lehrbericht der Fakultät dokumentierten Unzufriedenheit in Lehre und Studium entgegengewirkt werden“ könne.

Studiendekan Prof. Dr. Thomas Kater teilte auf Nachfrage des Medieninfodienstes „Flurfunk“ mit, dass es bereits seit einiger Zeit Hinweise darauf gegeben, dass der Studiengang reformiert werden müsse und dringender Handlungsbedarf bestehe. „Da keine Initiative der Abteilung Journalistik kam, hier Abhilfe zu schaffen, habe ich selbst geprüft, wie die Lage ist und was zu tun ist. Diese Prüfung hat ergeben, dass eine Fortführung des Studiengangs nicht vertretbar ist“, zitierte „Flurfunk“ Kater, der darauf hinwies, dass seine Einschätzung auch als Kritik an dem verantwortlichen Leiter der Abteilung Journalistik am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft (IfKMW), Prof. Dr. Marcel Machill, verstanden werden könne.

An der Personalie Machill wurde bereits früher Anstoß genommen. Dabei ging es um einen öffentlich ausgetragenen Streit mit einem Studenten, der ein von ihm geschriebenes Buch eingescannt und seinen Kommilitonen zur Verfügung gestellt hatte, weil es in der Bibliothek vergriffen, aber klausurrelevant gewesen sein soll. Der damalige Prorektor für Lehre und Studium, Wolfgang Fach, wurde dazu seinerzeit von der „Süddeutschen Zeitung“ mit den wenig schmeichelhaften Worten zitiert: „Herr Machill ist einmalig, wir haben laufend Probleme mit ihm. Es vergeht praktisch kein Semester, in dem ich mich nicht mit der Causa Machill beschäftigen muss.“

Studiendekan Kater erklärte nun laut Uni-Pressemitteilung: „Was die Kapazität angeht, ist der Studiengang schon jetzt nicht optimal abgesichert, diese Situation hätte sich im kommenden Wintersemester durch den Wegfall einer Stelle noch verschärft.“ Mehr Stellen könnten aber nicht geschaffen werden. „Es muss daher ein Curriculum entwickelt werden, das mit den vorhandenen Kapazitäten in der Journalistik in Verbindung mit Angeboten aus anderen Abteilungen des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie von weiteren Kooperationspartnern seriös abgesichert werden kann“, so der Hochschul-Professor.

Nun habe sich der Fakultätsrat dafür entschieden, eine Studienreformkommission unter dem Vorsitz des Studiendekans einzurichten. Der Kommission sollen neben mehreren Vertretern des Studiengangs, darunter der umstrittene Journalistik-Abteilungsleiter Prof. Dr. Marcel Machill, und des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaften auch je zwei Studierende und Journalisten angehören. Mit runderneuertem und qualitativ verbessertem Programm sollen Studierende sich dann ab dem Wintersemester 2018/19 für ein Journalistik-Studium an der Uni Leipzig einschreiben können.

Derzeit sind 113 Studierende im Master-Studiengang Journalistik an der Universität eingeschrieben. Regulär immatrikuliert die Hochschule jedes Jahr 30 neue Studierende. Die Bewerberzahlen sind zuletzt deutlich gesunken – von 251 Bewerbungen im Jahr 2014 auf 127 im letzten Jahr.

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