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Kritische Reflexion? Fehlanzeige!

Dient Medientreffpunkt Mitteldeutschland der Selbstbeweihräucherung von MDR & Co.?

Mittwoch, 29 April 2015 23:05
Logo des MDR Logo des MDR Quelle: MDR

Leipzig – Rund 200 Vertreter aus den Bereichen Medien, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft werden vom 4. bis 6. Mai zum diesjährigen Medientreffpunkt Mitteldeutschland (MTM) zusammenkommen, um sich unter anderem zu Themen wie „Die Glaubwürdigkeit von Politik und Medien – Gesellschaft aus der Balance“, „Qualität im Lokalfernsehen“ oder „Mediale Selbstdarstellung – Politiker als Journalisten“ auszutauschen. Veranstaltet wird das große Treffen der regionalen Medienbranche wie in jedem Jahr von der Arbeitsgemeinschaft Medientreffpunkt Mitteldeutschland e.V., deren Vorsitz derzeit Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt, innehat. Dem Verein gehören als Mitglieder unter anderem der MDR, die Landesmedienanstalten von Sachsen und Thüringen, die Stadt Leipzig, Hitradio RTL, Radio PSR und der Kabelnetzanbieter Primacom an.

Das Motto der Veranstaltung lautet in diesem Jahr „Neue Balance“, was nichts mit der ähnlich klingenden Sportschuhmarke zu tun hat, sondern sich auf den Umgang mit den sogenannten Neuen Medien beziehen soll. Auf der MTM-Homepage (www.medientreffpunkt.de) heißt es dazu: „In der analogen Medienordnung sind trotz oder vielleicht gerade wegen eines systemimmanenten Mangels eine professionelle Vielfalt und funktionierende Geschäftsmodelle entstanden. Mit der Aufhebung des Mangels durch die Digitalisierung und das Netz sind neue Möglichkeiten der Verbreitung entstanden, die Platz für individuelle Betrachtungen und Meinungen geschafft haben. Für die Branche und ihre Akteure gilt es, eine neue Balance zu schaffen, in der sich neue Geschäftsmodelle und professionelle Vielfalt einander vereinen. Eine große Aufgabe nicht nur für Medienunternehmen, sondern auch eine große gestalterische Herausforderung für die Ordnungspolitik.“

Während sich das Branchenportal „digitalfernsehen.de“ über den „Bedeutungsverlust für Medientreffpunkt Mitteldeutschland“ auslässt, weil die Veranstalter es auch diesmal versäumt haben, junge innovative Medienmacher und Start-Ups einzuladen, sind die Veranstalter zuversichtlich, auch in diesem Jahr ein attraktives Programm auf die Beine gestellt zu haben. Als Referenten sind unter anderem der Moderator Markus Kavka (MDR), der RTL-Bereichsleiter Medienpolitik Dr. Thomas Schmid, Oliver Passek vom ZDF-Fernsehrat, die Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Sonja Ganguin von der Uni Leipzig und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU) angekündigt.

Vom Hocker reißt einen das erstmal wirklich nicht. Auch das auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft gelistete Programm mutet ziemlich konventionell an. Böswillige würden sicherlich auch das Wort „langweilig“ in den Mund nehmen. Vor allem aber dürfte auch diesmal eine wirklich kritische Selbstschau ausbleiben. Nicht nur die Print-, sondern auch die TV-Medien, die im Mittelpunkt des Medientreffpunktes Mitteldeutschland stehen, finden immer weniger Akzeptanz bei der Bevölkerung. Sender wie den MDR braucht das nicht zu bekümmern, er wird schließlich von uns allen zwangsfinanziert.

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