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Siechtum am sächsischen Printmarkt

DD+V Mediengruppe stellt Wochenmagazin „auSZeit“ ein

Freitag, 09 Oktober 2015 15:36
Logo der DDV Mediengruppe GmbH & Co. KG Logo der DDV Mediengruppe GmbH & Co. KG Quelle: DDV Mediengruppe GmbH & Co. KG | Screenshot vom 09.10.2015

Dresden – Das Siechtum am sächsischen Printmarkt geht weiter. Am 16.10., also am Freitag in einer Woche, wird zum letzten Mal das Magazin „auSZeit“ erscheinen. Dabei war der wöchentlich erscheinende Ableger der „Sächsischen Zeitung“ mit eigener News-App erst im November letzten Jahres an den Start gegangen. Wie es aus der DD+V Mediengruppe hieß, habe „auSZeit“ mit am Ende nur rund 800 Abonnenten und 1.000 Stück verkaufter Auflage die wirtschaftlichen Erwartungen nicht mehr erfüllen können.

Erscheinungsgebiet des nun eingestellten Wochenblattes, das vor allem Artikel aus der „Sächsischen Zeitung“ zweitverwertete, war der Direktionsbezirk Dresden, also die Landeshauptstadt plus die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Eine Ausgabe kostete am Kiosk 1,99 Euro, das Magazin richtete sich vor allem an eine junge Leserschaft, die für die Printpublizistik aber offenbar nicht mehr zu begeistern ist. Da half auch die Smartphone-App nichts, die das veraltete Nachrichtenangebot aus der Druckausgabe mit tagesaktuellen News ergänzte.

Auch beim Mutterblatt, der „Sächsischen Zeitung“, geht es schon seit Jahren kontinuierlich bergab. Zu DDR-Zeiten hatte das frühere Organ der SED-Bezirksleitung eine Auflage von über 500.000 Stück. Heute beträgt die verkaufte Auflage nur noch knapp 230.000 Exemplare – ein Minus von 38,4 Prozent gegenüber 1998. Der publizierende Verlag, das Dresdner Druck- & Verlagshaus GmbH & Co. KG (DD+V Mediengruppe), gehört zu 60 Prozent der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr, 40 Prozent der Anteile hält die SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg). Zur Zur DD+V Mediengruppe gehört auch die Morgenpost Sachsen Verlagsgesellschaft mbH mit ihren Boulevardgazetten „Dresdner Morgenpost“ und „Chemnitzer Morgenpost“.

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