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Kein Fernsehduell zwischen Claudia Roth und Henryk Broder

Claudia Roth erzwang Ausladung des Publizisten Henryk Broder beim Bayerischen Rundfunk

Freitag, 04 März 2016 21:05
Henryk M. Broder Henryk M. Broder Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Bernd Schwabe in Hannover | CC BY-SA 3.0

Berlin/München - Der nonkonforme Publizist Henryk M. Broder hat der grünen Vize-Präsidentin des Bundestages Claudia Roth vorgeworfen, seine Streichung von der Gästeliste der TV-Sendung „Münchner Runde“ erzwungen zu haben.

Auf dem Blog achgut.com schreibt Broder, dass bei ihm jüngst angefragt worden sei, ob er in der „Münchner Runde“ des Bayerischen Rundfunks zum Thema „Flüchtlingskrise: Schafft Merkel noch die Wende?“ mitdiskutieren wolle. Auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und die Grünen-Politikerin Claudia Roth seien eingeladen. Broder frohlockte schon: „Ich freute mich darauf, Claudia Roth zu treffen, weil ich sie schon lange fragen wollte, warum sie neulich bei einer Demo mitgelaufen ist, auf der ‚Deutschland, du mieses Stück Scheiße!‘ gerufen wurde. Ob so etwas mit ihrem Amt als Vizepräsidentin des Bundestages vereinbar wäre.“

Solche Kritik schwante offenbar auch Claudia Roth, die laut Broder beim Bayerischen Rundfunk intervenierte und seine Ausladung fast erpresste. Die zuständige Redakteurin der „Münchner Runde“ habe sich ein zweites Mal bei ihm gemeldet und ihn darüber informiert, dass er doch nicht als Gesprächspartner für die Sendung am 1. März vorgesehen sei. Auf Broders Frage nach dem Warum einer neuen Sendeplanung sagte die Redakteurin: „Der Grund ist Frau Roth. Leider weiß ich immer noch nicht, was zwischen Ihnen vorgefallen ist. Aber ich habe gestern verstanden, dass ich Sie nicht gemeinsam einladen kann. Das bedaure ich persönlich sehr.“

Der streitbare Publizist erklärte daraufhin: „Nun, ich schwöre es, zwischen Claudia Roth und mir ist nichts, rein gar nichts vorgefallen, außer dass ich einige Male geschrieben habe, was ich von ihr halte. Das ist mein gutes Recht. Ihr gutes Recht ist es, mit mir nicht an einem Tisch sitzen zu wollen. Aber warum werde ich dann ausgeladen und nicht Claudia Roth?“

Die Büroleiterin der grünen Bundestagsabgeordneten, Melanie Haas, bestätigte unterdessen die Darstellung Broders: Roth habe dem Bayerischen Rundfunk sehr wohl signalisiert, nicht an der TV-Runde teilzunehmen, wenn sie dort auf Broder treffe. Die Ausladungsentscheidung habe aber der Bayerische Rundfunk (BR) getroffen.

Der Redaktionsleiter der „Münchner Runde“, Jürgen Schleifer, beantwortete eine Nachfrage des „Münchner Merkurs“ so: „Ziel der Redaktion war es, eine Sachdiskussion der politischen Vertreter auf Augenhöhe herbeizuführen. Als der Redaktion klar wurde, dass ein gemeinsamer Auftritt von Claudia Roth und Henryk Broder aufgrund vorausgegangener Auseinandersetzungen möglicherweise nicht zu einem sachlichen Diskurs geführt hätte, hat sich die Redaktion nach sorgfältiger Abwägung entschieden, nur an Frau Roth festzuhalten.“

Dass in einer solchen Entscheidungssituation dem Erpressungsversuch Claudia Roths unkritisch nachgegeben wurde, entlarvt nicht nur nach Broders Auffassung den BR als politisch abhängigen Staatsfunk.

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