Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Kunst & Kultur

Spender für die Fortsetzung der Notsicherung gesucht

Thomas Göttsberger und das Stadtforum Zittau wollen die Mandaukaserne erhalten

Samstag, 09 Juli 2016 18:22
Die Mandaukaserne in Zittau Die Mandaukaserne in Zittau Quelle: Bert Wawrzinek

Zittau – Ende 2015 ging es noch um den Abriss des denkmalgeschützten Kasernenbaus, dann führten Bürgerproteste und eine Allianz profunder Fürsprecher zu einem Sinneswandel (http://www.sachsen-depesche.de/kultur/vor-dem-abriss-bewahrt-die-mandaukaserne-in-zittau.html). In der Folge wurden beherzt vollendete Tatsachen geschaffen, und aus einer Notsicherung des einsturzgefährdeten Südturmes der Mandaukaserne ist nun dessen Sanierung geworden. Diese Arbeiten sind jetzt abgeschlossen, die Gerüste gefallen, und auch die Südstraße kann wieder ungehindert befahren werden. Das Ergebnis kann sich im Wortsinn sehen lassen.

In Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege und unter Federführung des Stadtforums Zittau wurden Dachdeckung und Dachentwässerung repariert, Holzarbeiten an Dachstuhl und Zwischendecken durchgeführt, der Außenputz ergänzt und mit einem neuen Anstrich versehen. Ebenso konnten kleinere Schäden am Dach des Hauptgebäudes ausgebessert werden. Neben dem Stadtforum Zittau, den „Freunden der Mandaukaserne“, dem gleichnamigen Freundeskreis und der Bürgerinitiative „Bessere Mitte“ ist dies zahlreichen Firmen und Bürgern zu danken, die das Vorhaben mit Spenden und Bauleistungen unterstützt haben. Auch der parteilose Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker, der Stadtrat und die Stadtverwaltung haben sich konstruktiv gezeigt.

Die Seele der Rettungsaktion ist der Ostritzer Stadtrat Thomas Göttsberger,  der schon einmal, mit Erwerb und Sicherung des Zittauer Traditionskinos „Schauburg“,  Aufsehen erregte. Auch hier konnte der Untergang eines stadtbildprägenden Denkmals abgewendet werden, auch hier wurde nicht das vorgeblich Unvermeidliche abgewartet, sondern mutig gegengesteuert. Das Verfahren könnte Schule machen, die Intention dahinter ist so pragmatisch wie plausibel: Selbst wenn keine Nutzungsmöglichkeit absehbar ist, müssen wertvolle Gebäude gesichert werden, um Chancen für spätere Investoren zu eröffnen, von denen letztlich doch wieder die ganze Stadt profitiert.

Für alle Beteiligten ist  dies eine Gratwanderung, nicht jeder Zittauer ist davon zu überzeugen, und so legt auch Göttsberger Wert auf die Feststellung, dass für die Mandaukaserne „keinesfalls Nutzungen aus der historischen Innenstadt abgezogen werden“ dürfen. Honorig, aber eine Herausforderung bleibt die Regel, wonach der Haushalt der Stadt nicht mit dem Erhalt des Monumentalbaus belastet werden darf.  Dafür setzen die Protagonisten auf das eigene gute Beispiel, appellieren an das Verständnis und die Verbundenheit der Einwohner mit ihrem Gemeinwesen. Die Sache könnte ganz einfach sein: „Wenn jeder Zittauer Bürger vier Euro spendet, kann die Mandaukaserne so notgesichert werden, dass sie die nächsten 20 Jahre ohne größeren Bauunterhalt gut über die Zeiten kommt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Stadtforums Zittau.

Für die Fortsetzung der Notsicherung durch den rührigen Göttsberger spricht also mehr als sein Besitz einer weitreichenden Vollmacht des Grundstücksverwalters. Geplant ist ein zweiter Bauabschnitt zur Reparatur  des Daches am Mitteilteil des Hauptgebäudes, womit verhindert werden soll, dass weiterhin Wasser ins Gebäudeinnere eindringt. Die Kosten hierfür werden gerade ermittelt. Apropos: Bislang wurden Bauleistungen im Wert von insgesamt 40.000 Euro erbracht. Davon konnten 19.000 Euro durch Spendengelder abgedeckt werden. Den Fehlbetrag von 21.000 Euro verauslagten einstweilen der Zittauer Architekt Benjamin Pfefferkorn (4.000 Euro) und Thomas Göttsberger (17.000 Euro) selbst. Während also die Bauarbeiten Fortsetzung finden, verhandelt die Stadt Zittau bereits mit dem Verwalter der Immobilie über ihren Ankauf, außerdem sei ein Projektentwickler interessiert, mit „Fördergeldgebern“ gebe es Gespräche, so zumindest Stadtsprecher Grebasch gegenüber der „Sächsischen Zeitung“. Man reibt sich die Augen…

Der Südturm der Mandaukaserne aus der Vogelperspektive | Foto: Bernd Sonsalla
Der Südturm der Mandaukaserne aus der Vogelperspektive | Foto: Bernd Sonsalla

 

Wer also dieser Tage, inmitten all der Krisen, die unser Land in seinen Grundfesten erschüttern, nach einer Erfolgsgeschichte sucht, in Zittau, in der schönen Oberlausitz, kann er sie finden. Und wer vielleicht selbst dabei helfen will, dass der Erfolg auch bleibt und die Notsicherung der Mandaukaserne mit einer Spende unterstützen möchte, darf sich des Dankes späterer Generationen Zittauer Stadtbewohner schon fast ein wenig sicher sein.

 

Spendenkonto:

Kontoinhaber: Freunde der Mandaukaserne e. V.
IBAN: DE17 1207 0024 0568 8833 60
BIC: DEUTDXXX (Deutsche Bank Zittau)
Verwendungszweck: Notsicherung Mandaukaserne

Artikel bewerten
(44 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten