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Politische Äußerungen stoßen bei Fans in Sachsen auf geteiltes Echo

Schlagerstar Roland Kaiser für weitere Flüchtlingsaufnahme und gegen PEGIDA

Freitag, 19 August 2016 15:34
Schlagerstar Roland Kaiser Schlagerstar Roland Kaiser Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fb/RolandKaiser_Seelenbahnen.jpg

Dresden – In Dresden hat Roland Kaiser immer ein Heimspiel. Erst vor kurzem begeisterte der Schlagersänger wieder zehntausende Fans bei seinen Konzerten am Dresdner Elbufer – und auch die Karten für die „Kaisermania“-Auftritte 2017 waren innerhalb von nur neun Stunden nach Vorverkaufsstart wieder restlos ausverkauft. Die Popularität, die Kaiser in Sachsens Landeshauptstadt genießt, verleiht seinen Worten besonderes Gewicht – nicht zuletzt bei heißen Eisen wie der Zuwanderungsfrage und PEGIDA.

Auch wenn man davon ausgehen kann, dass es durchaus einige seiner Fans gibt, die montags mit PEGIDA auf die Straße gehen oder zumindest mit der asyl- und islamkritischen Vereinigung um Lutz Bachmann sympathisieren, geht SPD-Mitglied Roland Kaiser hier einer kritischen Auseinandersetzung nicht aus dem Weg.

Im Interview mit der „Mitteldeutschen Zeitung“ forderte der Schlagersänger nun einen solidarischen Umgang mit der Flüchtlingskrise in Europa. Deutschland müsste, so Kaiser, bei einer gerechten Verteilung etwa 300.000 bis 400.000 weitere Migranten aufnehmen. „Das wäre immer noch unterhalb der Grenze an Zuwanderung, die wir ohnehin pro Jahr brauchten, um unser Leben hier aufrecht zu erhalten“, meint der 64-Jährige. Schwierig werde es nur, wenn Deutschland, Österreich und Schweden das Problem allein lösen müssten: „Das wird nicht klappen. Das ist eine große Gefahr für das vereinte Europa“, so Kaiser.

Auf die Frage, ob er denn keine Sorge habe, mit seinen asylfreundlichen und PEGIDA-kritischen Wortmeldungen auch Teile seiner Anhängerschaft zu verprellen, antwortete Kaiser gegenüber der MZ: „Ich kann meine persönlichen politischen Meinungen und meine Verantwortung und Dankbarkeit, die ich spüre, nicht abhängig machen von merkantilen Interessen.“

Wenn sich Leute wegen seiner politischen Statements von ihm abwenden würden, müsse er das einfach hinnehmen. „Ich habe zum Dialog aufgerufen. Ich war kein spaltender, sondern ein versöhnender Mensch. Wer mir das übel nimmt, muss damit fertig werden“, betonte Kaiser in diesem Zusammenhang.

Soziales Engagement habe für ihn einen hohen Stellenwert: „Jedes soziale Gefüge würde ohne soziales Engagement zusammenbrechen. Das ist eine große Leistung, die Menschen täglich vollbringen.“ Als gut verdienender Schlagerstar habe er die Verpflichtung, insbesondere jenen, die nicht auf der Sonnenseite der Gesellschaft stehen, etwas zurückzugeben. Irgendwann von der Welt zu gehen und nur Geld verdient zu haben, sei für ihn „ein bisschen wenig“, erklärte Kaiser, dessen Vermögen auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt wird.

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