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Keine Nachteile durch Ausfall der Theater-Fabrik

Leipziger „Hellraiser“ ermöglichte stimmungsvolles „Runes & Men“-Festival

Freitag, 16 Oktober 2015 17:06
"Hellraiser" in Leipzig "Hellraiser" in Leipzig Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Leipzig – Am vergangenen Wochenende nahmen mehrere Hundert schwarzgewandete und -uniformierte Neofolker den ansonsten von langhaarigen Kuttenträgern bevölkerten Metal-Schuppen „Hellraiser“ in Leipzig-Engelsdorf in Beschlag, um gemeinsam das diesjährige „Runes & Men“-Festival zu zelebrieren. Die Besucher waren mitunter von weither angereist: eine Besucherin erzählte, dass sie extra einen Flug aus Moskau gebucht hatte, anderen kamen aus Österreich, Frankreich und Großbritannien.

Noch internationaler als das Publikum war das Lineup besetzt: Freitag und Sonnabend waren beliebte Neofolk-, Ambient- und Postpunk-Acts wie Apoptose (D), Et Nihil (USA), Awen (USA), Joy of Life (GB), Twa Corbies mit Sol-Invictus-Mastermind Tony Wakeford (GB), Harmony Garden (FIN), Der Blaue Reiter (ESP), Waldtraene (D), Andrew King (GB), Blacklight Ascension (GB), Cawatana (HUN) und Ritual Havoc (D) auf der Bühne zu sehen. Unbestrittener Höhepunkt war der Auftritt der Mailänder Neoklassik- und Darkfolk-Legende Camerata Mediolanense, der zugleich den Abschluss des Festivals bildete.

Ursprünglich sollte das „Runes & Men“, wie schon im letzten Jahr, in der Theater-Fabrik stattfinden. Das insolvente Haus ist jedoch nach einem ominösen Buttersäure- und Brandanschlag unbespielbar. Der SACHSEN DEPESCHE liegen zudem Informationen vor, nach denen die Theater-Fabrik Sachsen GmbH bereits in Verhandlungen mit potenziellen Käufern von Nebengebäuden des Gebäudekomplexes in der Franz-Flemming-Straße getreten war. Genau diese Teile der Theater-Fabrik wurden durch die Beschädigungen nicht beeinträchtigt, sondern nur das Haupthaus, für das sich bisher offenbar kein Käufer gefunden hatte.

Dass das „Runes & Men“-Festival kurzfristig in eine neue Location umziehen musste, tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Manche meinten gar, dass das „Hellraiser“ besser für eine solche Konzertveranstaltung geeignet sei als die bestuhlte Theater-Fabrik. Die Inhaber des weit über Leipzig hinaus bekannten Metal-Treffpunkts bewiesen echtes Organisationstalent und verlegten ein anderes Konzert, das am Sonnabend eigentlich in der Haupthalle hätte stattfinden sollen, in einen Nebenraum. Für böses Blut sorgte dies nicht. Am Ende waren alle Seiten zufrieden. Eine gute Nachricht ist außerdem, dass für die meisten Konzerte, die in diesem Jahr noch in der Theater-Fabrik stattfinden sollten, neue Veranstaltungsorte gefunden werden konnten. Neofolk-Freunde dürfen sich insbesondere darüber freuen, dass das Konzert der luxemburgischen Szenelieblinge ROME (mit Unterstützung von Nebelung und Evi Vine) am 14. November ins Parkschloss Leipzig verlegt werden konnte.

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