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Zentralratspräsident Josef Schuster würdigt den Verstorbenen als „warmherzigen und klugen Menschen“

Jüdische Gemeinden in Sachsen trauern um Heinz-Joachim Aris

Donnerstag, 30 März 2017 00:14
Heinz-Joachim Aris (1934-2017) Heinz-Joachim Aris (1934-2017) Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) | Axel Berger

Dresden – Der langjährige Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Dresden und Vorsitzende des sächsischen Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, Heinz-Joachim Aris, ist in der Nacht zum vergangenen Freitag nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren verstorben. Aris, der auch Vertreter der jüdischen Kultusgemeinden im MDR-Rundfunkrat war, hatte als Kind die Bombardierung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 miterlebt. Seine Familie entging der Deportation.

Der Industriemanager war von 1992 bis 2012 Geschäftsführer der Dresdner Jüdischen Gemeinde und gehörte dem Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland an. Nach der Wende war er führend am Aufbau der Dresdner Gemeinde beteiligt und kümmerte sich vornehmlich um die Integration jüdischer Zuwanderer aus der früheren Sowjetunion. Zentralratspräsident Josef Schuster zeigte sich zutiefst erschüttert. Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland habe mit Aris „einen warmherzigen und klugen Menschen verloren“, der sich in überaus hohem Maße engagiert habe. „Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

Auch MDR-Intendantin Karola Wille würdigte die Arbeit des Verstorbenen: „Mehr als ein Jahrzehnt hat Heinz-Joachim Aris die Programmarbeit des MDR mit viel Lebensweisheit und ausgewogenem Urteil begleitet. Er ist in dieser Zeit vielen Kolleginnen und Kollegen im Sender ein verlässlicher Freund und Ratgeber gewesen. Wir trauern mit seiner Familie. Er wird uns fehlen.“

Neben seiner Tätigkeit für die Jüdische Gemeinde in Dresden, den sächsischen Landesverband der Jüdischen Gemeinden und den MDR-Rundfunkrat war Heinz-Joachim Aris auch Mitglied im Stiftungsrat Sächsischer Gedenkstätten, im Stiftungsrat des Jüdischen Museums Berlin sowie im Kuratorium der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Für sein Engagement wurde er 2012 mit dem Sächsischen Verdienstorden geehrt.

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