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Vernissage mit traditionellem Künstlermenü

Galerie-Hotel „Leipziger Hof“ zeigt Bilder der Malerin Silke Thal zum Thema „Liebe“

Donnerstag, 27 August 2015 19:23
Bildschirmfoto der Webseite von Silke Thal Bildschirmfoto der Webseite von Silke Thal Quelle: http://bilderart.com

Leipzig – Für die Berliner Künstlerin Silke Thal ist das Malen „ein Innehalten“ und „Gewahrwerden dessen, was um mich herum und in mir geschieht“. Am Schaffensprozess seien „Kräfte beteiligt, die freier und weiser sind als mein Verstand“ und „neue Dimensionen“ offenbarten. Das klingt zunächst einmal etwas esoterisch, doch beim Betrachten der Aquarelle, Tuschebilder, Kohlezeichnungen und Ölgemälde der vielseitigen Künstlerin wird sofort klar, was sie meint: Die Bilder offenbaren einen in die Tiefe gehenden Blick auf den Menschen und seine Empfindungen, seine Leidenschaften, mitunter aber auch die Abgründe seiner Seele.

Vor allem die Liebe in all ihren Facetten ist ein Motiv, das Silke Thal schon seit vielen Jahren beschäftigt. So erschien in der „Edition Rieger“, ihrem Hausverlag, vor drei Jahren eine Neuausgabe von Kurt Tucholskys bekannter Erzählung „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ mit Aquarell-Illustrationen Thals, die noch zu DDR-Zeiten ihr Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst aufnahm, dies 1993 abschloss und seitdem als freie Künstlerin arbeitet.

Vier Bücher sind inzwischen in Zusammenarbeit mit dem Neuruppiner Verleger Günter Rieger entstanden, darunter treffenderweise ein Werk zu Fontanes „Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ und – dazu passend – einen Birnen-Rezeptbuch. Rieger und Thal verbindet eine große gegenseitige Wertschätzung; sie genießt die Freiheiten, die ihr der Verleger bei ihren Illustrationen lässt, er würdigte ihre Werke einmal mit den Worten: „Die Zartheit der Empfindung korrespondiert mit der Zerbrechlichkeit der Lebenswirklichkeit; die Skizzenhaftigkeit und zarte Linearität vieler Blätter verstärken das Zerstörungspotential von Umwelt und Gesellschaft.“

Eine Auswahl von Silke Thals Bildern zum Thema „Liebe“ kann man demnächst im Galerie-Hotel „Leipziger Hof“ sehen. Das Vier-Sterne-Haus in der Hedwigstraße im Leipziger hat sich bei Kunstfreunden bereits einen guten Namen gemacht, nicht nur wegen der ständig wechselnden Ausstellungen, die in dem 1886 errichteten Gründerzeitbau gezeigt werden, sondern auch wegen der großen Sammlung von Bildern der Leipziger und der Neuen Leipziger Schule. Einen Schwerpunkt legt Hotelier Klaus Eberhard dabei auf die Werke von Bernhard Heisig, Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer. Gäste des Hotels können einige der Bilder bewundern, es finden jedoch auch kostenfreie öffentliche Führungen durch das Haus statt.

Zu ihren Werken, die demnächst im „Leipziger Hof“ gezeigt werden, erklärte Silke Thal: „Hier zeige ich eine Auswahl von 50 Arbeiten, die zum Thema ‚Liebe‘ seit meiner Leipziger Studiumszeit über 25 Jahre bis heute entstanden sind. Die Liebe ist vielfältig und so beschreiben die Arbeiten u.a. die Liebe zum Leben, zur Natur, zum Göttlichen, zur Musik und auch die sinnlichen Freuden. Die Bildsprache reicht von karikativen Tuschezeichnungen bis zu expressiver Ölmalerei.“

Eröffnet wird die Ausstellung am 5. September mit einer Ansprache von Verleger Günter Rieger. Selbstverständlich wird auch die Künstlerin anwesend sein, für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen und den Abend später mit den Gästen in lockerer Form ausklingen lassen. Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, bietet die Küche anlässlich der Vernissage auch wieder ihr traditionelles Künstlermenü an, bestehend aus drei Gängen mit gezupftem Mangoldsalat mit Schalottenpfifferlingen, Tranchen der Perlhuhnbrust an Pfefferquinoa und Eiscreme von Heidelbeere und saurer Sahne mit Rahmtupfer. Für Genüsse vielerlei Art ist also gesorgt. Die Ausstellung mit den Bildern Silke Thals läuft bis zum 1. November.

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