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Zum 700. Geburtstag des römisch-deutschen Herrschers

Ausstellung „Burgen und Bauten Kaiser Karls IV.“ im Laufer Wenzelschloss

Donnerstag, 09 Juni 2016 14:42
Das Wenzelschloss in Lauf an der Pegnitz Das Wenzelschloss in Lauf an der Pegnitz

Leipzig/Lauf an der Pegnitz – Vor zwei Wochen wurde im Wenzelschloss in Lauf an der Pegnitz (Mittelfranken) eine Sonderausstellung über die „Burgen und Bauten Kaiser Karls IV.“ eröffnet. Die Schau, die zum Begleitprogramm der Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung anlässlich des 700. Geburtstag des römisch-deutschen Kaisers und böhmischen Königs gehört, hält ihre Pforten bis zum 5. März 2017 geöffnet und stellt eine ideale Ergänzung zu jener Doppelausstellung dar, die momentan in der Prager Wallenstein-Reitschule gastiert und ab dem 20. Oktober im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen sein wird.

Der Freistaat Bayern hat 1,4 Millionen Euro investiert, um das ehemalige Kaiserschloss, das Karl IV. ab 1356 auf einer Insel in der Pegnitz anstelle einer zerstörten Staufer-Burg als Vorposten und Rastplatz an der „Goldenen Straße“ errichten ließ, in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Während die Burg von außen schon immer eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Bauwerke in Deutschland war, kann nun auch das sanierte Innere, der Kaisersaal sowie der Wappensaal und die Herrenstube, mitsamt der Ausstellung besichtigt werden.

Insbesondere der Wappensaal, in dem der Hauptteil der Exponate zu sehen ist und der dem Kaiser einst als Schlafgemacht diente, gilt wegen seiner zwölf Wappenschilder böhmischer Adelsgeschlechter, die von Steinmetzen in den Sandstein gehauen und bemalt wurden, als Meisterleistung mittelalterlicher Heraldik und gotischer Innenraumkunst. In den sanierten Räumen werden, teils im Modell, teilweise sogar dreidimensional animiert, die bedeutendsten Bauwerke Karls IV. dargestellt und in anschaulicher Form erläutert. Neben dem Laufer Wenzelschloss finden dabei unter anderem auch die von dem römisch-deutschen Herrscher angelegte Prager Neustadt sowie die Burgen Karlstein bei Prag, Elbogen bei Karlsbad und Karlsberg im Böhmerwald Berücksichtigung.

Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) machte bei der Eröffnung der Ausstellung deutlich, dass es ihm als oberstem Aufseher über die Schlösser und Burgen des Freistaates darum gehe, „neben den weltberühmten Prunkbauten im Süden auch das reiche historische Erbe in Franken in den Mittelpunkt zu stellen“. Das ehemalige Kaiserschloss sei aus einem „Dornröschenschlaf“ erweckt worden.

Auch nach der Ausstellung soll das Schloss, das 1373 zunächst an die Wittelsbacher ging, von 1504 bis 1806 als Sitz des Nürnberger Landpflegers diente, später das Land- und Amtsgericht beherbergte und bis 2013 eine Außenstelle der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg war, weiter mit Leben erfüllt werden. Geplant ist, in dem Gebäude eine europäische Bildungs- und Begegnungsstätte einzurichten, in der neben Englisch auch drei der fünf Sprachen, die Kaiser Karl IV. beherrschte (Deutsch, Tschechisch, Französisch, Italienisch), unterrichtet werden sollen.

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