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Konzertbericht von der „Jomsviking“-Tour 2016

Amon Amarth in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg

Samstag, 05 November 2016 15:21
Amon Amarth am 29.10.2016 in der Alsterdorfer Sporthalle Amon Amarth am 29.10.2016 in der Alsterdorfer Sporthalle Quelle: Manuel Gambietz

Hamburg – Unter Metalfans ist allgemein bekannt, dass Amon Amarth, die populäre Death-Metal-Band aus Schweden, gerade ihren aktuellen Langspieler „Jomsviking“ auf einer groß angelegten Welttournee präsentiert. Die Scheibe wird in der Metal-Szene heiß diskutiert. Ist das noch Amon Amarth? Grund genug, mir ein eigenes Bild zu machen und mich auf dem Weg nach Hamburg in die Alsterdorfer Sporthalle zu begeben, wo die schwedischen Wikinger um Frontmann Johan Hegg am 29. Oktober 2016 auftraten.

Vor Ort angekommen, gab es gleich die erste Überraschung: Ich habe diese Band bereits mehrfach gesehen, allerdings waren die Veranstaltungsorte (abgesehen von Festivals) nie so groß angelegt wie diese 7.000 Zuschauer fassende Allzweckhalle. Die Vorbands konnten sich sehen lassen. Angekündigt waren Grand Magus, eine schwedische Stoner-Doom-Metal Band, und die Thrash-Heroen von Testament aus den USA.

Opener: Grand Magus und Testament

Pünktlich angekommen, begann auch schon Grand Magus. Ich muss gestehen, dass ich mit der Musikrichtung eher wenig anfangen kann. Allerdings hat Grand Magus geliefert: Eine gute Show, tiefe Gitarren, monotone Rhythmen. Stark. Nur der sogenannte „Clean-Gesang“ passt irgendwie nicht ins Konzept. Nichts destotrotz: die Schweden haben das Publikum zur Bewegung animiert – und dieses Angebot hat es gerne angenommen. Viele Amon-Amarth-Fans mögen Grand Magus. Ein guter Opener!

Opener: Testament aus San Francisco |  Quelle: Manuel Gambietz
Opener: Testament aus San Francisco
Quelle: Manuel Gambietz

 

Nach einer kurzen Umbaupause bot sich für mich die Gelegenheit, erstmals Testament auf der Bühne zu sehen. Die Legende aus San Francisco, ihres Zeichens eine der ersten Thrash-Metal-Bands, präsentierten einen Bühnenaufbau, der bereits headlinerwürdig ist. Von der ersten Minute an bewiesen die Mannen um Sänger Chuck Billy, warum sie als „Live-Giganten“ gelten. Nachdem das erste Riff von „Brotherhood of the Snake“ gespielt wurde, gab es dann auch schon die ersten Pogoflächen vor der Bühne. Der Song, der auch als Namensgeber ihres aktuellen Albums ist, versprach einiges. Testament spielten sich knapp 50 Minuten lang durch die Kracher ihrer 30-jährigen Geschichte. Nackenschmerzen waren garantiert. Sympathisch sind die Jungs auf der Bühne allemal.

Amon Amarth eröffnen mit ihrem Kracher

Danach gab es eine erstaunlich kurze Umbaupause, der Vorhang fiel, und nach dem beeindruckenden Intro begannen Amon Amarth mit ihrem Überhit „Pursuit of Vikings“. Ein kluger Schachzug! Für das Publikum gab es kein Halten. 90 Minuten Vollgas hieß die Devise. Zum Anhören und -sehen: www.youtube.com/watch?v=pnYsOMk1Zd8.

War die Bühne zu Beginn noch spärlich ausgestattet, veränderte sich im Laufe des Konzerts immer wieder das Bild. Man merkt schnell: aus der kleinen, aufstrebenden Death-Metal-Band ist eine professionelle Wikingerhorde geworden. Mir persönlich fehlt dadurch etwas der Charme, was aber dem Konzertgenuss keinen Abbruch tat.

Die Setlist ließ keine Wünsche offen. Ein Hit nach dem anderen wurde präsentiert, so dass es für das Publikum keine Verschnaufpause gab. Nach dem 14. Song „War of the Gods“ gab es dann die Unterbrechung, die das Publikum lautstark zu „Zugabe“-Rufen animierte. Wer bis dahin immer noch auf den erfolgreichsten Hit des neuen Albums wartete, wurde dann sofort belohnt: „Raise your Horns“ ließ die Halle beben. Zugegeben, live ist dieses Lied nochmal stärker als auf dem Album, auf dem ich es bisher nur als typisches „Trinklied“, das ja nun auf keinem „Wikingeralbum“ fehlen darf, wahrgenommen hatte. Nach „Guardians of Asgaard“ inklusive der dazugehörigen Pyrotechnik und dem Abschluss „Twilight of the Thunder God“, bei dem Hegg standesgemäß einen riesigen Drachen bekämpfte, war die energiegeladene Show am Ende.

Immer wieder sehenswert

Mein Fazit: Amon Amarth sind live immer noch eine Bank. Sie schaffen einen Spagat zwischen klassischen Metalheads und Leuten, die (noch) nicht so in der Szene unterwegs sind, können also gleichzeitig interessierte Menschen für den Metal begeistern. Das ist ganz große Kunst. Für mich gibt es Abstriche für die „Professionalität“, die natürlich ein gewisser Erfolg mit sich bringt. Anzumerken sei noch: Obwohl das Konzert in einer Mehrzweckhalle stattgefunden hat, war der Sound richtig gut abgemischt. Natürlich hallte es in den hinteren Reihen, aber das liegt an der Größe des Veranstaltungsortes. Ich werde mir weiterhin immer mal wieder Amon Amarth ansehen.

Letzte Änderung am Samstag, 05 November 2016 15:30
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Amon Amarth - Intro + The Pursuit of Vikings (Hamburg 29.10.2016) JOMSVIKING EUROPEAN TOUR 2016 Emrys
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