Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Kunst & Kultur

24 Bands rocken Mitte September drei Tage lang die Sächsische Schweiz

„Odin Storm“: Pirna bekommt sein eigenes Metal-Festival

Samstag, 23 Juli 2016 19:13
Links das Symbol des „Odin Storm“-Festivals, rechts das Logo der „MeDDal Heads“ Links das Symbol des „Odin Storm“-Festivals, rechts das Logo der „MeDDal Heads“ Quelle: www.odin-storm.de

Pirna – Freunde des gepflegten Schwermetalls in der Sächsischen Schweiz und darüber hinaus können sich freuen: Vom 16. bis zum 18. September 2016 findet auf dem Gelände des Flugplatzes Pirna-Pratzschwitz zum ersten Mal das Metal-Festival „Odin Storm“ statt. Die Idee für das dreitägige „sächsische Wacken“ ist nach Angaben der Veranstalter aus einer Bierlaune heraus entstanden: Zunächst hat man sich in einem Dresdner Studentenclub getroffen, um schließlich den Verein „MeDDal Heads“ zu gründen – mit dem Ziel, in Eigenregie und ohne große Sponsoren ein Festival in der Region auf die Beine zu stellen.

Zunächst dachte man dabei an die sächsische Landeshauptstadt, als Veranstaltungsort hatte man etwa die Flutrinne am Ostra-Gehege ins Auge gefasst, doch wegen der besonderes scharfen Auflagen für solche Großveranstaltungen in Dresden hat man sich schließlich für die Freifläche in Pirna-Pratzschwitz entschieden, wo es kein Wohngebiet in unmittelbarer Nähe gibt. Das Flughafengelände biete laut Christoph Wellm, Physikstudent an der TU Dresden, ideale Voraussetzungen, um das Festival-Gelände mit Bühne und Zeltplatz zu gestalten. Wellm ist zusammen mit seinem Kommilitonen Florian Koksch, dem Vereinsvorsitzenden der Dresdner „MeDDal Heads“, Hauptorganisator des „Odin Storm“-Festivals, das sich als Fanprojekt nicht nachsagen lassen muss, der Kommerzialisierung Vorschub zu leisten.

Der Name der Metal-Sause, zu der 300 bis 500 Besucher erwartet werden, ist der germanischen Mythologie entlehnt, und daher fokussiert sich das Spektrum der insgesamt 24 auftretenden Bands naturgemäß auf die Genres Pagan-, Black- und Death Metal. Mit Waldtraene sollte ursprünglich sogar eine Neofolk-Band mit an Bord sein. Die musste den Termin jedoch leider absagen. Das alles dürfte wieder einmal die üblichen Bedenkenträger auf den Plan rufen, die hinter jedem Bezug auf Odin, Runen und andere heidnische Traditionen gleich rechtsextremistische oder gar neonazistische Tendenzen wittern, gerade wenn es um solche Musikrichtungen geht.

Damit haben die Veranstalter jedoch erklärtermaßen nichts am Hut. „Odin Storm“ soll ein Festival für Freunde harter Gitarrenriffs, dröhnender Bässe und Hochgeschwindigkeits-Drums werden, Politik spielt da keine Rolle, ist auch nicht erwünscht, wenngleich man natürlich nicht jeden Besucher einem Gesinnungstest unterziehen kann und möchte. Aber darauf kommt es auch gar nicht an, sondern auf eine friedliche Zusammenkunft langhaariger Kuttenträger bei Bier, Met, Bratwurst und höllisch harten Klängen.

Das Festival startet am Freitagabend mit Auftritten von Lupan, Dawn of the Unleashed, Craving, Surface, Thorondir, Grabak und Odium Scortari, am Sonnabend geht es dann ab 13 Uhr weiter mit And Still I Chase The Sun, Ravenpath, Saxnot, Mandragora Thuringia, Starless Aeon, Strydegor, Wintarnaht, Thrudvangar, Urschrei und Mornir, am Sonntag runden schließlich In Demoni, Agony, Gemini Berserk, Through Carnage, Zeit und No One’s Revenge zwischen 13 und 18:40 Uhr das Billing ab. Die Tageskarte für Freitag und Sonnabend kostet jeweils 20 Euro, für Sonntag 15 Euro und für das Wochenendticket 35 Euro plus 5 Euro Müllpfand. Ticket-Bestellungen und weitere Informationen unter: www.odin-storm.de.

Was leider nicht vorgesehen ist, sind Aftershow-Partys. In der auf der Internetseite des Festivals veröffentlichten Geländeordnung heißt es: „Das Infield schließt am Samstag und Sonntag jeweils 30 min nach der Show der letzten Band und öffnet wieder gegen 9 Uhr. Am Sonntag schließt das Infield etwa eine Stunde nach Ende der letzten Bühnenshow. Bitte verlasst das Infield vor den entsprechenden Schließzeiten.“ Doch was macht man als gestandener und trinkfreudiger Metaller mit einer angebrochenen Nacht, wenn weit und breit kein Club in der Nähe ist, in dem man weiterfeiern kann? Auf diese Frage gibt es noch keine Antwort, ebenso kann man im Internet noch keinen Gelände- und Zeltplan einsehen oder sich darüber informieren, welche gastronomischen Angebote es geben wird.

Auch wenn ein Lineup von eher kleineren und unbekannteren Bands geboten wird, die noch nicht ganz mit den Thrash-Heroen von Slayer oder den Wikingern von Amon Amarth, die in diesem Jahr beim „With Full Force“ in Roitzschjora bei Leipzig aufgetreten sind, mithalten können, verspricht das „Odin Storm“ gerade wegen seines familiären und unkommerziellen Charakters ein besonderes Event zu werden, das man sich als Metaller nicht entgehen lassen sollte. Natürlich wird auch die SACHSEN DEPESCHE mal vorbeischauen und über die Premiere in Pirna-Pratzschwitz berichten.

Letzte Änderung am Mittwoch, 17 August 2016 18:16
Artikel bewerten
(9 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten