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Interview mit dem Chef von STRASSER Capital und der MEP Werke GmbH

MEP Werke: Konstantin Strasser möchte "Energiewende bezahlbar machen"

Donnerstag, 23 März 2017 00:18
Konstantin Strasser, CEO der STRASSER-Unternehmensgruppe Konstantin Strasser, CEO der STRASSER-Unternehmensgruppe Quelle: Konstantin Strasser

München – Der Solar-Unternehmer Konstantin Strasser ist das, was man als einen echten Selfmade-Mann bezeichnen kann. Aufgewachsen im Milieu der kleinen Leute, arbeitete er sich mit viel unternehmerischem Geschick und geschäftlichem Gespür nach oben und gilt heute als einer der innovativsten Vertreter der Erneuerbare-Energien-Branche. Zum Firmenkomplex des „Münchner Sonnenkönigs“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ Strasser einmal nannte, gehören auch die MEP Werke, die mit einem Mietmodell für Dach-Solaranlagen eine kostengünstige Alternative für Privatverbraucher bieten. Mit STRASSER Capital werden die ambitionierten Projekte des findigen Geschäftsmanns, der auch politisch hinter der Energiewende der Bundesregierung steht, finanziert. SACHSEN DEPESCHE hat mit Konstantin Strasser unter anderem über sein neues Finanzprodukt SC Infrastructure II und die wirtschaftliche Solidität von STRASSER Capital gesprochen.

SACHSEN DEPESCHE: Herr Strasser, Sie haben gerade den Verkaufsprospekt für die Vermögensanlage SC Infrastructure II veröffentlicht. Was steckt hinter diesem Investment, worin wird dabei investiert?

Konstantin Strasser: Mit dem SC Infrastructure II investieren Anleger in zukunftsweisende Projekte und Geschäftsmodelle der STRASSER-Unternehmensgruppe im Bereich Erneuerbare Energien und Energiewirtschaft, wie beispielsweise Solarkraftwerke oder das Solaranlagen-Mietmodell unserer Tochter MEP Werke. Auch die Expansion in neue Geschäftsfelder und Märkte im Bereich Erneuerbare Energien, Elektromobilität oder der Vermietung von Haushaltsgeräten und Heimelektronik gehört dazu. Kurz: Mit dem SC Infrastructure II möchten wir gemeinsam mit unseren Anlegern die Energiewende voranbringen und einen positiven Beitrag für Klima und Umwelt leisten.

SACHSEN DEPESCHE: Nun gibt es ja, gerade auch von Wirtschaftsverbänden, dass es sich bei der Energiewende um ein planwirtschaftlich strukturiertes Programm zur Subventionierung und Umverteilung zugunsten von Ökostrom-Firmen handelt. Wie begegnen Sie dieser Kritik.

Konstantin Strasser: Darüber sollte man in der heutigen Zeit eigentlich gar nicht mehr diskutieren müssen. Der Klimawandel findet statt und er betrifft jeden einzelnen von uns. Daher sehe ich die Verantwortung, etwas dagegen zu unternehmen gleichermaßen in der Politik, bei Unternehmen und bei jedem einzelnen von uns. Die Energiewende ist dabei einer der wichtigsten Bereiche. Unsere Vision ist, dem einzelnen Menschen möglichst einfache, günstige und unkomplizierte Dienstleistungen anzubieten, mit denen er selbst einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten kann. Auch wir als Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche mussten dabei schon auf sich verändernde politische Gegebenheiten reagieren. Unser Solaranlagen-Mietmodell haben wir beispielsweise auf den Markt gebracht, als sich viele alte Solar-Geschäftsmodelle durch die gesenkten Subventionen in der Solarbranche nicht mehr gelohnt haben.

SACHSEN DEPESCHE: Bei der Vermögensanlage SC Infrastructure II handelt es sich um ein Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt. Für wen eignet sich dies als Investition?

Konstantin Strasser: Das Angebot richtet sich an Anleger, die bei ihrer Geldanlage neben einer attraktiven Rendite großen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Da es sich um eine langfristige Vermögensanlage handelt (Laufzeit bis 2023), sollten Anleger über einen entsprechend langen Anlagehorizont verfügen. Bei Nachrangdarlehen besteht generell immer das Risiko eines Totalverlustes. Daher eignet sich der SC Infrastructure II ausschließlich für Anleger, die über ausreichend finanziellen Spielraum und Risikobereitschaft verfügen. Darauf weisen wir in unserem Verkaufsprospekt deutlich hin. Sämtliche Risiken werden dort ausführlich beschrieben. Der Vorteil für den Anleger besteht dabei natürlich in der attraktiven Verzinsung von 7 % p.a. Um sicherzustellen, dass interessierte Anleger auch wirklich für die Vermögensanlage geeignet sind, vertreiben wir das Produkt ausschließlich über von uns geschulte Mitarbeiter, die mit jedem Interessenten einen sogenannten Eignungstest machen. Dieser ist gesetzlich vorgeschrieben und hilft uns, die Eignung eines Interessenten für den Fonds im Vorfeld sicherzustellen.

SACHSEN DEPESCHE: Was wird bei diesem Eignungstest genau abgefragt?

Konstantin Strasser: Abgefragt werden alle relevanten Daten, um die Eignung des Interessenten für eine Vermögensanlage einschätzen zu können. Dazu zählen seine Vermögenssituation, das Einkommen sowie weitere getätigte Vermögensanlagen. Auch ein Risikoprofil wird abgefragt. Damit soll sichergestellt werden, dass der Anleger in der Lage ist, die Risiken einer Vermögensanlage richtig einzuschätzen. Alles in allem geht es also darum, herauszufinden, ob die Vermögensanlage zum Anleger passt und umgekehrt.

SACHSEN DEPESCHE: Gibt es weitere Regularien zum Schutz der Anleger?

Konstantin Strasser: Um eine solche Vermögensanlage auflegen zu können, ist seit 2013 eine Zulassung nach § 34 f GewO erforderlich. Früher konnte man auch ohne eine solche Erlaubnis entsprechende Vermögensanlagen anbieten. Wir befürworten es sehr, dass dieses Gesetz zum Schutz der Anleger erlassen wurde. Zudem ist die Vermögensanlage BaFin-reguliert. Das bedeutet, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sich sehr ausführlich mit unserem Verkaufsprospekt befasst hat und nach dem mehrmonatigen Prüfungsprozess eine Veröffentlichungsfreigabe erteilt hat. Diese offizielle Genehmigung durch die Finanzdienstleistungsaufsicht gibt Anlegern zusätzliche Sicherheit. Interessant für die Anleger ist auch, dass wir ausschließlich in eigene Projekte investieren und bei einem Großteil der Projekte zusätzlich Banken und Versicherungen involviert sind. Dies gewährleistet, dass ausschließlich vielversprechende Projekte finanziert werden, in die nicht nur wir als Unternehmen, sondern auch große Banken und Versicherungen vertrauen.

SACHSEN DEPESCHE: Warum haben Sie sich für diese Form der Vermögensanlage entschieden?

Konstantin Strasser: Wir haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich Finanzprodukte für verschiedene Anlegertypen platziert. Vor kurzem haben wir zum Beispiel Europas ersten Climate-Bond-zertifizierten Green Loan, der mit Small-Ticket-Solar-Mietverträgen besichert ist, an einen niederländischen Investor platziert. Diese erfolgreiche Transaktion war die erste Tranche eines umfangreichen Finanzierungsprogrammes für institutionelle Anleger und wurde mehrfach international ausgezeichnet, u.a. durch die Climate Bonds Initiative. Dennoch möchten wir weiterhin auch privaten Anlegern die Möglichkeit geben, in unsere Projekte und Geschäftsmodelle zu investieren. Mehrere tausend Anleger konnten sich beispielsweise über die von der UDI Beratungsgesellschaft mbH platzierten Nachrangdarlehen am Solaranlagen-Mietmodell der MEP Werke beteiligen und profitieren hierbei von attraktiven Zinsen. Das innovative Geschäftsmodell wurde mehrfach ausgezeichnet (u.a. Industriepreis „Best of 2016“ und Finalist „StartGreen Award“). Die Refinanzierung der Nachrangdarlehen konnten wir auf Projektebene durch unseren Green Loan bereits sichern. Über den SC Infrastructure II möchten wir Anlegern nun erneut eine grüne Geldanlage bieten, mir der sie in innovative Energieprojekte investieren können.

SACHSEN DEPESCHE: In dem bereits erwähnten Verkaufsprospekt können sich interessierte Anleger umfangreich über die bisher geplanten Geschäftsmodelle informieren. Erhalten sie dort auch detaillierten Einblick in die Unternehmensgruppe?

Konstantin Strasser: Der Verkaufsprospekt soll interessierten Anlegern dazu dienen, sich im Detail mit der Vermögensanlage und den dahinterstehenden Gesellschaften auseinanderzusetzen. Selbstverständlich finden sich dort ausführliche Informationen zu unseren erfolgreich realisierten und zu den geplanten Projekten der Unternehmensgruppe. Darüber hinaus werden Firmenzusammenhänge übersichtlich dargestellt – und auch eine Bilanz sowie ein ausführlicher Finanz- und Investitionsplan der Emittentin SC Infrastructure II GmbH & Co. KG sind dort zu finden. Öffentlich einsehbar ist auch der Jahresabschluss der Anbieterin und Prospektverantwortlichen SC Fonds GmbH. Dieser weist natürlich ein geringeres Bilanzvolumen sowie einen geringen Umsatz auf, da der Zweck der Gesellschaft in erster Linie in der Prospektverantwortung und der Konzeption und Strukturierung von Vermögensanlagen liegt. Die Anlegergelder werden an die Emittentin SC Infrastructure II GmbH & Co. KG ausgereicht und von dort an die Unternehmensgruppe weitergegeben.

SACHSEN DEPESCHE: Welche Rolle spielt die STRASSER Capital bei der Vermögensanlage?

Konstantin Strasser: Die STRASSER Capital ist das Mutterunternehmen mehrerer Tochtergesellschaften, welche wiederum die einzelnen Projekte und Geschäftsmodelle der Unternehmensgruppe umsetzen. Ein Beispiel ist das Tochterunternehmen MEP Werke, welches 2013 das Solaranlagen-Mietmodell eingeführt hat. Die STRASSER Capital ist ein profitables Unternehmen und erzielt jährliche Gewinne. In Bezug auf die aktuelle Vermögensanlage SC Infrastructure II ist die STRASSER Capital die Darlehensnehmerin der SC Infrastructure II GmbH & Co. KG. Das bedeutet, dass das von den Anlegern eingeworbene Kapital in Form eines nachrangigen Darlehens an die Strasser Capital für Investitionen im Sinne des Anlageziels und der Anlagestrategie weitergereicht werden.

SACHSEN DEPESCHE: Vor kurzem hat ein Bewertungsportal behauptet, die STRASSER Capital GmbH habe „ein Problem“, weil der Jahresabschluss einen „sechsstelligen Fehlbetrag“ ausweise. Man berief sich dabei auf Zahlen aus dem Jahr 2014. Was hat es mit diesem „Fehlbetrag“ auf sich?

Konstantin Strasser: 2014 hatte die STRASSER Capital einen Strategiewechsel und gerade erst mit dem Tochterunternehmen MEP Werke das Solaranlagen-Mietmodell auf den Markt gebracht. STRASSER Capital hat als Investor mehrere Millionen Euro in die MEP Werke investiert. Dieses Investment zeigt bereits seit 2015 Früchte, und die Strasser Capital ist stets profitabel. Inzwischen ist es uns auch gelungen, nicht nur Banken und Privatinvestoren mit an Bord zu nehmen – wir haben Ende letzten Jahres auch erfolgreich die langfristige Finanzierung des MEP-Solar-Mietmodells strukturiert, indem eine erste 30-Millionen-Euro-Tranche an einen institutionellen Investor platziert wurde und dadurch massives Marktinteresse an weiteren langfristigen Emissionen geweckt wurde.

SACHSEN DEPESCHE: Wie sehen denn die Zahlen für 2015 und 2016 aus?

Konstantin Strasser: Die STRASSER Capital erzielt jährliche Gewinne und ist profitabel. Die letzte veröffentlichte Bilanz ist zur Information für unsere Anleger im Verkaufsprospekt veröffentlicht, so dass vollkommene Transparenz besteht.

SACHSEN DEPESCHE: Herr Strasser, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Zur Person: Konstantin Strasser (geb. 1975) ist Gründer und CEO der STRASSER Unternehmensgruppe und verfügt über eine weitreichende Expertise im Aufbau sowie in der Führung effizienter Vertriebsorganisationen, besonders im Sektor der Erneuerbaren Energien. Der Münchner gilt als ausgewiesener Fachmann, sowohl im Kraftwerksbau, als auch auf kommunaler Ebene, im Gewerbe- und im Privatkundenbereich. Im Jahr 2004 legte er den Grundstein für die STRASSER-Unternehmensgruppe, welche sich zunächst auf den Vertrieb moderner Bauelemente und Fenster konzentrierte. Nachdem auch solarthermische Anlagen vertrieben wurden, ging die Unternehmensgruppe seit 2008 auf die Entwicklung und den Betrieb von Solarparks in ganz Europa über und beriet dabei – durch Konstantin Strasser – auch die Regierungen in den Projektländern. Zum Aufbau der Unternehmensgruppe und um nach und nach seine Vision von „Solarstrom für jedermann“ umsetzen zu können, gründete Strasser mehrere Tochterfirmen, ging Unternehmensbeteiligungen ein, baute effiziente Vertriebs- und Finanzierungsstrukturen auf und ist dabei bis heute im operativen Geschäft involviert. Inzwischen deckt die Unternehmensgruppe die gesamte Photovoltaik-Wertschöpfungskette ab und leistet mit neuartigen Geschäftsmodellen sowie innovativen Finanzierungsstrukturierungen wichtige Pionierarbeit für die Erneuerbare-Energien-Branche.

Letzte Änderung am Donnerstag, 23 März 2017 00:32
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